Google Chrome 10 im Test

Ein neuer Tag ein neuer Browser – Test. Die aktuellen Versionen von Firefox und dem Internet Explorer wurden auf Der Morast schon eingängigen Tests unterzogen. Nachdem Google vor wenigen Tagen Chrome 10 veröffentlicht hat, muss nun der Shooting Star unter den Browsern den glauben.

Der Download von Chrome 10 schlägt mit handlichen 33 MB zu Buche, installiert beansprucht der Webbrowser knapp 100 MB.
Während der Installation auf Mac OS X muss jede Instanz eines anderen Browser geschlossen werden, ansonsten verläuft die Installation ohne Probleme zügig durch.

Der erste Eindruck

Betrachtet man aktuelle Versionen der Browser Schwergewichte IE9 und Firefox 4, hat Google Trends gesetzt was die Gestaltung der grafischen Oberfläche angeht. Reduziert, nur die nötigsten Buttons und viel Platz für die eigentliche Darstellung der Websites. Chrome 10 rückt natürlich nicht von diesem Trend ab, selbst die Schaltfläche für die Startseite muss extra im Menü eingeschaltet werden.

Menüs und Einstellungen

Bei den Menüs geht Google neue Wege. Entweder können die Einstellungen ganz normal über die grafische Oberfläche erreicht werden oder über die Adresszeile indem chrome://settings aufgerufen wird. Neu ist dabei dass sich die Einstellungen nun in einem separaten Tab öffnen und nicht mehr in einem neuen Fenster. Eine Neuerung die für mehr Kohärenz in der Bedienung sorgen soll.
Lesezeichen und Verlauf lassen sich über ein Google Konto zwischen verschiedenen Installationen synchronisieren und ganz nach Wunsch ganz oder teilweise verschlüsselt werden.

Privatsphäre

Was ging ein Aufschrei der (selbst ernannten) Datenschützer durch den Blätterwald, als Google Chrome veröffentlichte und bekannt wurde, dass private Daten abgegriffen wurden. Suboptimales Krisenmanagement tat sein übriges und Chrome hatte den Ruf weg, der aus Datenschutzsicht unsicherste Browser zu sein. Diese Zeiten gehören mit Google 10 der Vergangenheit an. In den Einstellungen findet sich ein sehr übersichtlicher Reiter zur Privatsphäre, der sehr transparent darstellt welche Funktion Daten übermittelt und welche das sind. Vorbildlich.

Sicherheit

Bei Google werden anscheinend Überstunden gemacht. Chrome 10 enthält einen Sicherheitsflicken für Adobes Flash Player bevor Adobe selbst die Lücke geschlossen hat. Unter Windows läuft der Flash Player zudem in einer Sandbox, was nochmal die Sicherheit erhöhen soll.

Geschwindigkeit

War die Geschwindigkeit bisher das Aushängeschild von Chrome, muss Chrome 10 hier zurückstecken. Im SunSpider Test liegt Chrome 10 hinter dem IE9, Chrome 9, Firefox 4 und Opera 11. Im Fall von Chrome 10 greift hier aber eine Besonderheit: Je anspruchsvoller eine JavaScript Anwendung ist, desto performanter wird Chrome 10. In der V8 Suite kommt Chrome 10 auf sagenhafte 8.959 Punkte und damit mehr als doppelt so viele wie Firefox 4 und vier mal so viel wie der IE 9. Auch bei Webstandards hat Chrome die Nase vorn, der Acid Test erreicht die volle Punktzahl von 100.

Ausblick

An Stelle eines Fazit gibt es heute eher einen Ausblick. Google hält die unglaubliche Entwicklungsgeschwindigkeit bei, so dass es kaum einen Status Quo von Chrome gibt. Die erste Beta Version von Chrome 11 ist bereits veröffentlicht und zeigt erste neue html5 Funktionen, wie Spracheingabe in Websites. Auch die Entwicklertools sind runderneuert worden und sollen nochmal kräftig Werbung für den Chrome Webstore machen.
Chrome ist ein schneller Browser, der sich genauso schnell weiter entwickelt und stellenweise Maßstäbe gesetzt hat. Wer auf Datenschutz nicht so viel Wert legt oder wer sich mit seinem Browser auseinandersetzen kann und möchte, wird mit Chrome glücklich sein. Wer auf massiven Einsatz von Extensions und Plugins setzt, sollte zu Firefox greifen.

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